Rezensionen Anne Hartkamp Quintet/Quartet - Radiofeatures/-interviews siehe unten

Jazz‘n‘More, CH, Angela Ballhorn, September 2016: „Eigentlich verdient es die Kölner Sängerin Anne Hartkamp, viel bekannter zu sein. Mit ihrer hellen, nuancierten und immer klar artikulierten Stimme stellt sie einen Gegenpol zu den dunklen, verrauchten Stimmen des Jazz dar. Dazu schreibt und textet sie ungemein interessante Kompositionen mit schwierig zu singenden Passagen und spannenden und ungewöhnlichen Melodielinien. Ihr Quintett hat sie auf Quartettformat gestutzt, mit ihrer Rhythmusgruppe scheint sie sich blind zu verstehen. Die vielschichtigen Stücke, die oft auf verschiedenen durchlaufenden Figuren am Klavier und am Bass aufbauen, bleiben immer durchsichtig. Thomas Rückert zeigt sich als behutsamer Begleiter und - genauso wie André Nendza - auch als aufmerksamer Solist. Anne Hartkamp singt auf Deutsch und Englisch, am beeindruckendsten ist sie allerdings ohne Worte, nur mit Silben, als eine Sängerin, die intelligent scattet. Besonders schön ist das in „Scattered Minds“ zu hören, witzig, wie das Stück wie ein Telefongespräch über groovender Rhythmusgruppe in einen Scatunisono über- und mächtig swingend weitergeht. Die zwei Kompositionen von Mal Waldron und Coltrane sind toll bearbeitet, doch mir gefallen die originalen „Dances“ am besten.“


musiczoom.it
, September 2016 (Übersetzung C. Giordano/A. Hartkamp, Original siehe Link):
"Der europäische Jazz präsentiert sich inzwischen als eigenständige Größe, selbst in solchen Fällen, in denen er sich mit Standards oder einem scheinbar durchregulierten Mainstream befasst. Er ist eine eigene Erscheinungsform dieser Musik, wie auf zahlreichen Platten zu hören ist, beispielsweise auf der neuen Aufnahme der deutschen Sängerin Anne Hartkamp. 

Auf den ersten Blick scheint es sich hier um ein Quartett wie viele andere zu handeln, mit einer Rhythmusgruppe, die sich aus Thomas Rückert am Klavier, André Nendza am Kontrabass und Oliver Rehmann am Schlagzeug zusammensetzt; doch steckt das Album von Anfang bis Ende voller Überraschungen und erweist sich als einzigartig und voller Persönlichkeit.

Am Beginn steht eine Komposition des Bassisten mit einem Text der Sängerin, in einem Medley mit der berühmten Mal-Waldron-Komposition Seagulls of Kristiansund, deren Text von Jeanne Lee geschrieben wurde. Die Stimme von Anne Hartkamp ist klar, strahlend und in der Lage, die hohen Töne mit einer aufsehenerregenden Musikalität zu verweben, die unnötige Virtuositäten weit hinter sich lässt - sowohl, wenn sie im herkömmlichen Sinne singt, als auch wenn sie Worte durch Vokalisen ersetzt.

Die folgenden Stücke sind alle von ihr, jedes mit einer ganz eigenen Charakteristik und aufs Beste unterstützt durch eine beachtliche Rhythmusgruppe aus lauter Landsleuten, mit denen sie schon lange zusammenarbeitet. As Yet (Dance Four) ist ein stark groovendes, in Vokalisen gesungenes Stück. Das längere Scattered Mindssetzt sich aus unterschiedlichen Teilen zusammen, in deren durchstrukturiertem Formablauf ihr die Kombination aus ihrer Vorliebe für Vokalisen und einem Text gelingt, der weniger auf einer Liebesgeschichte basiert als auf Reimen, die es ihr erlauben, mit Stimme und Worten zu spielen. Mehr ein „Nachtlied“ ist The Moon A Sphere, poetisch, verträumt, dem Mond gewidmet, mit einem schönen Text, von der Rhythmusgruppe vollendet interpretiert - einer der besten Momente des Albums. Das Solo des Pianisten ist reich an besinnlichen Momenten, dann wieder taucht Nendzas herrlicher Kontrabass auf, das Schlagzeug begleitet das Ganze mit den Besen. Dance Two ist von einem subtilen Swing belebt, auch hier, wie in den anderen Dance-Titeln, nur Vokalisen. Die Platte schließt mit After The Rain von John Coltrane, einer berühmten Ballade, die mit Vokalisen beginnt, während sich allmählich der von ihr geschriebene Text verdichtet, endend mit den Worten „a space and time / to ease all pain / bountiful rain / a grace sublime“. 

Schöne Platte einer Band, die im weiten Meer des vokalen Mainstream-Jazz ein ganz eigenes, klar umrissenes Profil beweist."

melodiva.de, Anja Klein, Juli 2016: „...Hier kommt ihre ganze Stimmkraft zur Geltung, dynamisch und majestätisch. Ihre Mitmusiker sind dabei nicht nur Untermalung ... ein Zusammenspiel, das aufeinander bis ins Detail abgestimmt ist ... Thomas Rückert nimmt das Gefühl der Freiheit von Hartkamp's Gesang auf und führt dies in seinem Solo weiter ... Hartkamp lässt ... nicht nur ihre überragende Stimme zum Tragen kommen, sondern auch ihre poetische Seite ... Wörter zum Luftschlösser bauen und eine Platte zum Abtauchen, nicht zuletzt aufgrund der großen Stimme von Anne Hartkamp und ihrer Scatvielfalt. Sie braucht keine Wörter, um ihren Ausdruck auf die Zuhörer zu übertragen, sie spielt mit den Stilelementen ihrer Stimme. Alle Songs harmonieren miteinander ... alles geschieht mit großer Leichtigkeit.“

Deutschlandradio Kultur, 20.6.2016, Jan Tengeler: „...eine der vielseitigsten deutschen Sängerinnen... beeindruckt... ganz ohne Text. Ihr ureigener Scatstil.... sie hat ... ihren eigenen Stil entwickelt... Mit der gleichen Neugier erforscht sie Texte... dass die freie und wilde Improvisationskunst im zumutbaren Rahmen bleibt.  ...ein abwechslungsreiches Album, das ... überzeugt.... Zusammenspiel der großartigen Mitspieler... Mit [ihren Mitmusikern] kann sie auf kammermusikalische feinsinnige Weise wunderbar kommunizieren....“

Jazzzeitung.de, Dietrich Schlegel, 15.6.2016: „...Music to feed the soul ... eine unserer vielseitigsten und profiliertesten, immer authentischen Jazzsängerinnen.... behauptet... während ihrer Parts die ganze Bühne mit einer leidenschaftlichen, ganz dem Rhythmus oder... der Seele hingegebenen Body Performance... Ihre Stimme verharrt keineswegs nur in hellen Sphären, wo ihr zuweilen etwas Schwebendes, Silbriges, Flirrendes, Windböiges eignet. Sie vermag auch in die tieferen Lagen eines Alt oder zumindest Mezzosopran hinab zu tauchen.... Gänsehaut!“

WDR, 2.6.2016, Odilo Clausnitzer/Red. Bernd Hoffmann: „...zwischen wendigem Scat und innigen Balladen - [...] Songs, die die ganze Bandbreite und Reife von Anne Hartkamp zeigen.“

Jazzthing, Juni 2016, Rolf Thomas: „...klassische Jazzsängerin der modernen Abteilung ... Songs, die mit Worten - „Songs...“ - genauso gut funktionieren wie ohne - „...& Dances“. Ihre Stimme überzeugt bei den komplexen Vokalisen, kann aber auch eine Ballade wie „The Moon A Sphere“ mit den notwendigen Emotionen unterfüttern ... Einen eindrucksvollen Abschluss findet das Album mit der legendären Coltrane-Nummer „After The Rain“ ...“

Cadence Magazine (USA), Robert D. Rush, Juli 2016: „... a wonderful jazz vocalist... a well balanced program of message and celestial dance. She vocalizes with a freedom which is uplifting and heartening in the same manner Flora Purim and Urszula Dudziak could achieve....“

Concerto (AT), 5 Sterne, Juni 2016: „...Zwischen eindrucksvollen, ausdrucksstarken Interpretationen ihrer Songs (und damit auch ihrer selbstverfassten Lyrics), ihren die „Dances“ ergänzenden und erweiternden Scats ... zeigt sie mehr als nur eine eigene künstlerische Handschrift, man darf und sollte ihr intensiv zuhören...“

Jazztokyo.org, Juni 2016, Kayo Fushiya: „....A vocalist with real talent, her music has a very broad amplitude and a magnetic driving sense complimenting her intelligent and cool turnout. A flawlessly smooth and soft scat style tensioned like a spring is one of her music’s charms ... enchanting listeners with her mature vocals. The ultimate in the pursuit of lyrics in music is presented; words or sounds? Or are words sounds? However, whatever the answer the listener always vibrantly feels it in their body. (...) The band members (...) and their years of collaboration deeply captivate listeners with their restrained mature sound. Anne’s own works such as “The Moon a Sphere” (Track 4) sit well among famous tunes by John Coltrane and Mal Waldron. ”After the rain” performed by only scat-singing is another high light and perfect for the finale. Supreme bliss and luster brought by music, and swaying in emotional depths… this is a heartfelt superb work, evoking in the listener memories of her performance, which is like reflections of a life.“

Midwestrecord.com, Chris Spector, Mai 2016: „...Hartkamp finds a métier somewhere between art chick and traditional thrush ... One of those cats that warns you early on to always expect the unexpected, she brings her working unit back to the fore to back her and the vision and the vibe synch up delightfully. Flexing her art side as often as possible, the moody twisting and turning will ensnarl you....“

NDR info, CD der Woche, 26.6.-2.7.2016: „„... Anne Hartkamp, die schon so lange zu den festen Größen im deutschen Jazz gehört... unbedingt ein Highlight in dieser ... starken Produktion...“  „... Wandlungsfähig ist ihre Stimme, abwechslungsreich das Repertoire. Auf Neuigkeiten ist sie aus (acht von zehn Stücken hat Anne Hartkamp selbst geschrieben), und sie sucht sich zugleich sehr klug und geschickt die Materialien aus, mit denen sie andockt in der Geschichte des moderneren Jazz. Waldrons Musik und ein Text von Jeanne Lee klingen mit im opulent ausgreifenden Eröffnungsstück, John Coltrane kommt zu Ehren im Finale. Zwischen Anfang und Ende fächert Hartkamp den eigenen Fundus auf.

Starke Partner helfen ihr dabei. Vor allem der Pianist Thomas Rückert, der lange nicht so filigran und entspannt zugleich klang, aber auch Bassist Andre Nendza und Schlagzeuger Oliver Rehmann. Im vorigen Jahr legten Hartkamp und Rückert mit "Dear Bill" Duo-Erinnerungen an den Pianisten Bill Evans vor, jetzt ist Hartkamps komplette "working band" am Werk, und jeder Ton lohnt. "Feste Größen" im deutschen Jazz sind sie nämlich alle - und es tut gut, sich ab und an daran zu erinnern.“

Jazz Podium, Heribert Ickerott, 7-8/2016: „...wenn sie [die Grenzen] bis zur Scat-Einlage in bester Bebop-Manier oder zu einem ekstatischen Coltrane-Titel ausdehnt ... zeichnen das Bild einer Sängerin, die sich mit einer wandlungsfähigen Stimme stilsicher in allen Bereichen des Modern Jazz bewegt und dabei nicht nur mit Eigenkompositionen allzu Bekanntes meidet - zeitgenössischer Vocal Jazz eines bestens eingespielten Ensembles ...“

Radio Dreyeckland, Michael van Gee, Juli 2016: Die Sängerin und Vokalistin Anne Hartkamp ... steht für Intensität, Facettenreichtum und künstlerischen Eigenwillen. Mit spielerischer Leichtigkeit und ausdrucksstarker Stimme erzeugt sie magisch anrührende und sprühend mitreißende Momente, begeistert mit ihrer großen Bühnenpräsenz und überzeugt zugleich durch die Vielschichtigkeit und Eigenständigkeit ihrer Kompositionen und Texte ... eine ungeheuer vitale, inspirierte und beflügelnde Spielart des zeitgenössischen Jazz ... Diese neue, bereits zweite CD überzeugt ... mit der mittlerweile erreichten künstlerischen Reife, die das Quartett seit 2010 durch ständiges Zusammenspiel erreicht hat.“


Südkurier Villingen, 17.10.2012
Die Kunst des Gesangs erlebten die Zuhörer im Villinger Jazzkeller (...) An ihrer Seite agierte ein erstklassiges Trio (...) setzt Anne Hartkamp ihre Stimme als Instrument ein. Ungemein wandlungsfähig, lässt sie ungeahnte Nuancen erklingen und malt Klangfarben, die erstaunen lassen, mit einer virtuosen Rasanz, die nur für das Publikum atemberaubend ist. Als erstklassige Improvisatorin überrascht sie immer wieder mit praller Virtuosität, lässt Melodiefetzen anklingen, jongliert mit Atemgeräuschen, deckt die Palette vom sanften Windhauch bis zum prallen Schrei und erklimmt mit Leichtigkeit die höchsten Tonlagen.
(...) ebenso gut gefällt (...) das wunderbar eingespielte Trio (...) Thomas Rückert brilliert mit seinem klar strukturierten Spiel, ausdrucksstark wie gewohnt ist Bassist André Nendza, und der junge Drummer Oliver Rehmann spielt souverän und einfallsreich (...)

Jazzwise (GB), März 2012: This Year's Model (über das Kölner winterjazz-Festival vom Januar 2012)
"...On offer were a cross-section of some of Cologne's best young musicians. Here was jazz of an exceptionally high standard: vocalist Anne Hartkamp's quintet enough to scare a lot of aspiring young vocalists into another line of work..."

Wormser Zeitung, 02. Juli 2012: Kühne Balladen, hartnäckige Bässe
02.07.2012 - MONSHEIM
KONZERT
Anne-Hartkamp-Quartett spielt in Anhäuser Mühle selbst komponierte Songs

Sie kam, sang und siegte. Und das alles im traumhaften historischen Ambiente der Anhäuser Mühle in Monsheim. Auf Einladung der Jazzinitiative BlueNite, des Jazzclubs Rheinhessen und der Verbandsgemeinde Monsheim spielte das verblüffend variationsreiche Anne-Hartkamp-Quartett größtenteils von Anne Hartkamp selbst komponierten Songs. Der Abend hielt, was er versprach: Das Wetter blieb stabil und die Musik regte den Appetit an, auf eine weitere Beschäftigung mit dieser exotischen Künstlerin, die ihre Stimme wie eine Nachtigall aufbrausen ließ.

Minimalistischer Einstieg

Minimalistisch der Einstieg: Aus einem ganz simplen Klipp-Klapp-Motiv, vorgestellt am Piano (hinreißend: Thomas Rückert), entwickelte sich schleichend erst unter Hinzunahme des Kontrabasses (perfekt: Andre Nendza), dann des Schlagzeugs (fleißig: Oliver Rehmann) eine butterweiche Schiene, die mehr und mehr den anvisierten Funk-Beat ansteuerte, den Frontfrau Anne Hartkamp sich zurechtgelegt hatte. Exzellent gefielen da die weichen Hiebe auf die Trommelfelle des Drummers, der bereits in seiner Jugend bei „Jugend jazzt" Preise abräumte. Auch im nächsten Song „Quinten" ging die Post ab: Stimme und Piano setzten da an zu einer atemberaubenden Einführung. Später flippte Hartkamp mächtig rum und demonstrierte ihre grandiosen Tanzkünste, wobei Rehmanns Beat die Basis abgab, auf die Nendza seinen stets flexiblen Walking Bass stülpte. Thomas Rückert fabulierte dazu mit ungeteilter Lust.

Dass Anne Hartkamp auch eine geschickte und souveräne Moderatorin ihres eigenen Auftritts war, konnte das rund 100-köpfige, aufmerksame Auditorium rasch registrieren. Und wandlungsfähig war sie noch dazu. „Paper Bird" zuckelte im tragenden Piano dahin und gabt sich geheimnisvoll, wobei die Sängerin ihrer Kehle ganz ungewöhnliche Laute entschlüpfen ließ, die mit dem improvisierten Diskant im Piano glücklich korrelierten. Märchenhaft-magisch war das. Das hatte schon Qualitäten wie die Moderne Musik von Luigi Nono, Wolfgang Rihm oder Olivier Messiaen, der auch so gern Vogelstimmen imitierte.

„The Moon a Sphere" kam daher wie ein inspirierendes Indianer Poem. Stimme und Kontrabass starteten spartanisch und plötzlich reckten sich die Hälse des Publikums.

Knisternde Aura

Die knisternde Aura dabei erzeugte Drummer Oliver Rehmann, während das einfallsreiche Klavierspiel von Thomas Rückert die Bestnote verdiente. Sein unter anderem in New York geschulter Stil hatte etwas Idiomatisches. Der Jazz-Dozent aus Osnabrück traf nicht nur die Tasten, sondern formte mit seinen schillernden Einlagen den Charakter der Lieder. Ebenso fiel positiv ins Gewicht, dass das Anne-Hartkamp-Quartett auf die überzeugende Tontechnik von Jonas Bauer aus Worms setzen konnte. Der Titel „As Yet" mischte heiter-abgedreht noch einmal kräftig auf, ehe es in die Pause in dieser lauen Sommernacht ging. Insbesondere der Mann am Drumset legte einen Zahn zu und fuhr zu hartnäckigen Bässen am Klavier das große Ding auf.

Mit „Deep" bezeichnete die Interpretin ihre harmonisch kühn gefasste Ballade, die sie in sich ruhend, getragen und mit Klasse rüberbrachte. Der „Green Song" war wiederum sehr auf die Protagonistin geeicht, die sich ganz in ihrem Element darstellte, abseits aller sangbaren Pfade improvisierte und nun zur Frau, mit der man Pferde stiehlt, mutierte. Wie toll inspiriert auch „Run Easy" schnurrte, zeigte, wie professionell die Band arbeitete. Höhepunkt war vielleicht „It'll All come Right", wo der Pianist noch ein letztes Mal das Publikum berührte.
Manuel Stangorra


www.jazzpages.com, 02. Juli 2012:
Anne Hartkamp-Quartett
zu Gast bei BlueNite und Jazzclub Rheinhessen 29.06.2012
http://www.jazzpages.com/Muempfer/Anne-Hartkamp-Quartett-BlueNite-Jazzclub-Rheinhessen-Muempfer.htm

Mit ihrer ausdrucksstarken und wandlungsfähigen Stimme, ihrem artistischen Einsatz bei der rasanten Reihung von Vokalisen, dem mitreißenden Scatgesang sowie der sensiblen Interpretation von Balladen und Liebesliedern nimmt die Vokalistin Anne Hartkamp das Publikum in der Anhäuser Mühle zwei Stunden lang gefangen. Mühelos verbindet die Sängerin vokale Raffinesse mit expressiver Emotionalität. Beim Gemeinschafts-Konzert der Wormser Jazzinitiative BlueNite und des Jazzclubs Rheinhessen bleibt ihre Stimme zwar das tragende Soundelement, fügt sich dennoch in den Gesamtklang des Quartetts ein, in dem Pianist Thomas Rückert mit perlenden Läufen und dramatischen Akkord-Schichtungen, Bassist Andre Nendza mit straight marschierendem Kontrabass und Oliver Rehmann mit differenzierendem Schlagzeugspiel kongeniale Partner sind.

Auf der Bühne der Monsheimer Kultureinrichtung windet sich die Sängerin im Takt, haucht und schreit, jongliert mit Geräuschen und Sounds, seufzt und zischt oder singt mit warmem Alt. Sie steigt in die höchsten Tonlagen, scattet in abrupten Dynamiksprüngen, lässt ihre Atemstöße knallen oder sanft verschweben. Wenn das Trio instrumental die Thelonious Monk-Komposition „Well you needn´t" auf das Harmoniengerüst reduziert und wieder neu zusammenfügt, Pianist Rückert die eigenwillige Sequenzierung des Originals aus den Tasten des Keyboards reißt und Bassist Nendza in einem langen Solo das Motiv in reizvollen Harmonievariationen sowie überraschenden Wendungen zupft, dann steht die Sängerin am Rand der Bühne, krümmt sich und tanzt verhalten, singt aber immer mit. Unhörbar manchmal und sich selbst des Themas vergewissernd, aber doch stets präsent.

„Well you needn´t" ist der einzige Standard dieses Konzertes neben dem Dutzend Eigenkompositionen Hartkamps, die die Sängerin in der Regel mit charmanter Moderation erläutert. So „Green song", der nach einem langen Winter ihre Sehnsucht nach dem ersten Grün in der Natur musikalisch interpretiert, die bluesgeschwängerte Komposition „Paper bird" über einen Piepmatz aus Papier, die ihr viel Raum für Oktav- und Dynamiksprünge lässt, und in der Nendza mit dem Bogen auf dem Bass zirpende Töne streicht sowie Rehmann die Becken zum Zwitschern bringt.

Rückert führt mit einer lyrischen Single-Note-Linie zu einem sanften Klöppelspiel Rehmanns auf den Trommeln in das Konzert des Anne Hartkamp-Quartetts ein, bevor die Sängerin nach einem Wechsel zur Up-Tempo-Passage mit Vokalisen das Thema von „Dance #2" aufgreift. „Catching butterfly" ist aus einem quintenorientierten Gerüst entstanden. Rückert unterstreicht Hartkamps Sprechgesang mit sparsamen Akkordeinwürfen, denen fließende und perlende Läufe folgen, die vom gradlinig gezupften Bass gestützt werden. Mal Lässt sich die Sängerin in ein Duo mit dem Bassisten ein, mal scattet sie im Ruf-Antwort-Spiel mit dem Schlagzeuger.

„Dance #2", ein Up-Tempo-Stück zu offiziellen Abschluss des Abend und vor der Zugabe Sea time" bietet Anne Hartkamp die Möglichkeit, den artistischen Einsatz ihrer Stimme voll auszukosten. Mal plappert die Sängerin wie eine trotzige Göre, klagt mit gebrochener Kleinmädchenstimme oder singt verrucht wie eine Diva. Sie fasziniert mir rasenden Vokalisen während Rehmann den Stick auf dem Beckenrändern zischen und Nendza den Bass mit dem Bogen pfeifen lässt.Anne Hartkamps Kompositionen sind komplex strukturiert und deshalb weitgehend notiert. Thomas Rückert ist ein so virtuoser Pianist dass man sich mehr freie Improvisationen bei seinen Soli wünscht und Andre Nendzas Alleingang in der Monk-Komposition macht ebenfalls Lust auf mehr.

Klaus Mümpfer



Odenwälder Bote, 23. März 2012:
Einen Abend für Freunde des zeitgenössischen Jazz boten die Veranstalter der beliebten Jazz Lounge-Reihe im kleinen Saal der Stadthalle. Zu Gast bei diesem Konzert für Kenner war die international renommierte Kölner Sängerin Anne Hartkamp, die vor allem interessante Eigenkompositionen mitgebracht hatte und dabei vielfältige Facetten moderner Jazzimprovisation vorstellte. Intensive Hörerlebnisse auf professionell-souveräne Art bot dabei die Vokalistin, in vollendeter Harmonie begleitet von den hochkarätigen Instrumentalisten Thomas Rückert (Piano), André Nendza (Bass) und Oliver Rehmann (Drums). Meisterhaft demonstrierten diese kreatives Zusammenspiel und große Improvisationsfreude. Neben den absolut hörenswerten, zum großen Teil schwierigen Soli zog vor allem die Vielschichtigkeit der studierten Jazzsängerin, eigenwillig und ausdrucksstark in den Bann, deren Musik sich dennoch erst bei näherem Hinhören ganz erschließen sollte. In ungewöhnlicher Bandbreite waren hier ganz besondere und höchst anspruchsvolle Varianten des Jazz geboten.
Dorothee Dorschel


Ahlener Zeitung, 21. November 2011:
Jazz-Interpretationen
Mit viel Charme und Verve verzauberte das Anne Hartkamp Quartet die Lüdinghausener Jazz-Freunde am Freitagabend. Im Rahmen von „Jazz auf der Burg“ präsentierte die Kölner Interpretin im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen die zeitgenössische Form des Jazz. Mal poetisch, mal leidenschaftlich spielte sie gekonnt auf der Klaviatur unterschiedlicher Stimmungen.
Ihre künstlerische Leichtigkeit verband sie mit ihren Kollegen Thomas Rückert (Klavier) und André Nendza am Kontrabass. Gemeinsam füllten die Musiker die vorgetragenen Arrangements mit Leben - zur Freude des Publikums. Vierter im Bunde war Oliver Rehmann, der am Schlagzeug die musikalischen Akzente zu Gesang und instrumentaler Begleitung setzte. Zwei Stunden lang begeisterte so das Quartett mit eigenen Kompositionen und Interpretationen zeitgenössischer Jazz-Musik, spielte sich gegenseitig die Bälle zu, sei es als Solo, sei es im Dialog miteinander. Auf diese Weite gelang es ihnen, den einzelnen Werken eine besondere musikalische Frische zu geben. Das Auditorium, das sich gerne von dieser Spielfreude in seinen Bann ziehen ließ und dieses nach dem Finale mit kräftigem Applaus belohnte, war begeistert.
Helge Holz


RP Mönchengladbach, 24. Mai 2011:
Jazz-Lieder vom Feinsten: Anne Hartkamp
von Garnet Manecke
Ein Lied nachsingen kann im Prinzip jeder. Man nehme einfach den Text, präge sich die Melodie ein und schon geht es los. Je nach Stimmlage in der diskreten Atmosphäre der eigenen vier Wände oder aber auf der großen Bühne. Das lernt schon jedes Kind, und im Grunde gibt es nichts und niemanden, der dieses Prinzip auf den Kopf stellte. Außer Anne Hartkamp. Wer versucht, eines ihrer Lieder nachzusingen, der stößt nur allzuschnell an seine Grenzen. Das liegt nicht so sehr daran, dass die Texte der Stücke so schwierig wären. Nein, Hartkamp variiert ihre Töne in Tempo und Höhe, dass jedem ungeübten Freizeitsänger, der es nachmacht, nach spätestens zehn Sekunden die Stimmbänder brennen. Und wer nach jedem dritten Ton einen Schluck Wasser zu sich nehmen muss, der kriegt selbst für die eigenen Ohren nichts Akzeptables mehr zustande. Bei den Jazz-Visions im Kulturzentrum BIS schafft Hartkamp diesen Parcours. Das Publikum lohnt es ihr mit Applaus.
Der Selbstversuch hat es gezeigt: Musik mag leicht anmuten, aber bei Anne Hartkamp ist sie auch harte Arbeit. Das ist im BIS zwar nicht zu hören, aber manchmal den Musikern anzusehen. Hochkonzentriert blickt Pianist Thomas Rückert auf das Notenblatt, und André Nendza ackert am Bass, der Körper von Schlagzeuger Oliver Rehmann wirkt angespannt.
Mit "Für und Wider" hat Anne Hartkamp halt nicht nur ein Lied, sondern eine Herausforderung geschrieben. Aber mit einer Menge Humor. "Ich weiß nicht, ob man das hört, aber das Lied habe ich in der Zeit eines Umzugs geschrieben", moderiert Hartkamp das Stück an. Verschiedene Überlegungen - welche Wohnung günstig ist, wie die Möbel aufgestellt werden, welche Farbe die Wände zieren woll - haben sie zu dem Stück inspiriert. Und so lassen sich die wechselnden Aspekte eines Diskurses deutlich heraushören. Was harmlos beginnt, gipfelt in einem "Disput" mit dem Schlagzeuger, in dem musikalisch gezickt wird, dass es für das Publikum eine Freude ist.
Neben Eigenkompositionen hat Hartkamp auch einige Klassiker mitgebracht, in denen sich ihre weiche Seite offenbart. Mit ihrer variantenreichen Stimme gleicht die Sängerin einem Maler, der in abstrakten Bildern der realen Welt scheinbar Unmögliches abringt.


ruhrjazz.net, 8. Dezember 2010:

A.H. Erlebnis in 5 Dimensionen | Anne Hartkamp Quintett

Düsseldorf, 8.12.2010 | Ein Spezl aus Bayern kommt als fotografische Verstärkung mit. Kurz vorher Lagebesprechung und flotte Spaghetti nebenan. Die ersten 3 Reihen sind belegt, die Jazz-Schmiede an diesem Abend sehr gut besucht. Knapp 100 Fans sitzen erwartungsfroh in den Reihen. Heute spielt das Anne Hartkamp Quintett - es ist ihr erster eigener Auftritt in der Jazzschmiede - in der Besetzung Anne Hartkamp (voc), Franke Delle (ts,cl), Thomas Rückert (p), André Nendza (b) und Oliver Rehmann (dr).

Die ersten Stücke unter anderem "Dance No. 1" heizen die Band als auch das Publikum auf. Auch die ausgefallenen Titel und Hintergründe stimmen uns in die facettenreiche Vielfalt der Jazz-Komponistin ein. So ist beispielweise das Stück "fortythreethings" kreiert, da Anne Hartkamp im Internet auf eine Seite stieß, wo jeder eine Liste hinterlegen kann mit 43 Dingen, die er gerne tun würde. Deshalb hier einmal, etwas ungewöhnlich, 43 Eindrücke zu diesem Abend: Jazz, Atmosphäre, Kunst, Begabung, Fotografieren, schöner Bass, Tempo, Dynamik, Faszination, Rothaus Tannenzäpfle –alkoholfrei-, Vielfalt, ausdrucksstark, Freitag, lebendig, mitreißend, frisch, frech, experimentell, Textdichterin, Köln, Interaktion, Glanz, Frohsinn, SPIELFREUDE, hochkarätig, Begeisterung, Publikum, Dance No.1, Dance No. 2, Anne Hartkamp, Quintett, Frank Delle, André Nendza, Oliver Rehmann, klangvolles Klavier, Duell, Dialog, atonal, lautstark, Eintritt, dabei sein, Köln, Hamburg.

Auch künstlerisch ist der Abend ansprechend. Der Bassist groovt mit, Anne Hartkamp duelliert sich singend mit Frank Delle, der mit seiner Klarinette gegenhält, Thomas Rückert bearbeitet mit sichtlicher Spielfreude den Flügel, Oliver Rehmann entlockt den Becken ein zartes Kreischen, den Snaredrums ein dumpfes Grollen. Mit "Dance No. 2" wird die Klammer geschlossen. Enorme Klangvielfalt und Virtuosität zeichnen den Abend aus.

Atmosphäre pur. Wieder zeigt sich dass die Jazzschmiede in Düsseldorf ein toller Veranstaltungsort ist, Publikum und Künstler fühlen sich wohl.

photoblog, 6.1.2011:
Man sieht Anne Hartkamp an mit welcher Leidenschaft und Intensität sie mit der Musik verbunden ist, in sie eintaucht und dies mit ihrem ganzen Körper und vor allem ihrer Stimme  darbietet – ein echter musikalischer Genuss.... in einem engen und begeisternden Dialog mit dem Saxophon....


NGZ, 23. August 2010
(live-Rezension Neusser JazzSommerNacht 2010):
"Furiose JazzSommernacht
(...) Duelle anderer Art lieferten sich Sängerin Anne Hartkamp und Saxophonist Claudius Valk im mit rasenden Unisono-Läufen beginnenden "Dance No. 1". Fast möchte man sagen, es sei ein sprachliches Duell gewesen, doch Worte waren an diesem mit Bedeutung aufgeladenen Dialog zwischen der frei improvisierenden Stimme und dem Tenorsaxophon nicht beteiligt. Hartkamp, die schon immer mit den Extremen der menschlichen Stimme experimentierte, hat in ihrem neuen Quintett in Claudius Valk einen kongenialen Dialogpartner gefunden. Auch er bezieht mit übersprudelnder Fantasie Randbereiche der Klangmöglichkeiten seines Instruments wie Klappen-Percussion, Luftgeräusche oder die schnalzende "Slap Tongue" in sein Spiel ein. (...)


Saarbrücker Zeitung, August 2010:
"Ganz auf die feine, facettenreiche Stimme von Anne Hartkamp sind die zehn Stücke des Albums "momentum" zugeschnitten. Meist ganz entspannt, bisweilen aber auch entfesselt und quirlig wird sie von ihren vier mit Saxophon/Klarinette, Piano, Bass und Schlagzeug ausgestattenten Mitstreitern umgarnt. Thelonious Monk und Bill Evans werden beliehen, das meiste aber trägt die Handschrift der Chefin - und die wechselt behende und virtuos zwischen wild Experimentellem, sinnlich Sanftem und verspielten Klangmalereien. Produziert hat dieses sehr lebendige Werk des Anne Hartkamp Quintet's im übrigen Philipp van Endert.


"DER SPIEGEL", KulturSPIEGEL, 31. Mai 2010:
"Das Gros ihrer Kolleginnen sucht in eher seichten Pop-Gefilden ihr Heil, die Kölner Sängerin und Komponistin geht trotzig in Richtung Jazz. Auf der neuen CD explodiert Hartkamp nach getragenen Stücken im acht Minuten dauernden "Dance No.1": Unisono-Intro mit Claudius Valks Saxofon, Scat-Gesang, A-cappella-Solo à la Bobby McFerrin. Applaus!"


"kulturnews.de", Mai 2010:
"Anne Hartkamp singt eigenständig, aber traditionsbewusst eigene und fremde Titel (u. a. von Bill Evans und Thelonius Monk), und dabei hat man einerseits das Gefühl, der alte Bebop lebte weiter und der Free Jazz sei wiederauferstanden; andererseits spricht und singt Anne Hartkamp ihre eigene moderne Musiksprache, die von tief bluesigen Stimmungen wie in der -Eigenkomposition "Paper Bird" bis zu virtuoser perkussiver Mundakrobatik in "Für und wieder" reicht. Hervorragend ist das Zusammenspiel mit der Band. Claudius Valk findet mitreißende Soli mit und ohne Vokalbeteiligung auf Sopran-, Tenorsax und Bassklarinette. Die Rhythmusgruppe mit Thomas Rückert (Piano), André Nendza (Bass) und Oliver Rehmann (Drums) hält das Quintett ständig äußerst kreativ auf Trab und zählt sicherlich mit zu den derzeit besten in Deutschland. (jn)"


Fuldaer Zeitung, 22. Mai 2010:
"THE LADY IS A TRAMP - Das Debüt des Anne Hartkamp Quintets
Schon seit Anbeginn der Zeit, der Jazz-Zeit, gab es immer wieder Sängerinnen, die Publikum wie Kritik gleichermaßen von den so gern und oft zitierten Stühlen rissen. Was, nebenbei bemerkt, schließlich dazu führte, dass auch heute noch viele besonders mitreißende Künstlerinnen allein aus versicherungstechnischen Gründen nur noch in unbestuhlten Sälen spielen dürfen...
Das ist wahr! Und eine beunruhigende Entwicklung, die die Veranstalter künftiger Konzerte des Anne Hartkamp Quintets tunlichst berücksichtigen sollten.
Denn wie man so hört, neigt die charismatische Kölner Künstlerin, die in der Vergangenheit bereits mit Projekten wie "hartkamp" oder "Magnolia" beeindruckte, dazu, mit ihrem nuancierten Gesang, ihren klugen Texten und ausgefeilten Kompositionen bei ihrem Publikum äußerst befremdliche Begeisterungsstürme zu entfachen, und wer erst einmal ihre neue CD "momentum" (JazzSick Records) eingeworfen hat, wird allerhöchstwahrscheinlich sehr bald verstehen, wie ihr das stets mit Bravour gelang. Da sie mit "momentum", unterstützt von exzellenten Musikern wie dem Saxophonisten Claudius Valk, dem Pianisten Thomas Rückert, dem Bassisten André Nendza und dem Schlagzeuger Oliver Rehmann, ein formidables Jazz-Album auf internationalem Niveau vorgelegt hat. Ein Album, das einen ganz im Geiste des großen Billy Wilder gleich vom ersten Moment (!) packt und bis zum letzten Ton nicht mehr loslässt. Vom atmosphärischen, ja fast mysteriös wirkenden Opener "Paper Bird", bei dem Hartkamps facettenreicher Gesang wohl jeden Hörer, der auf diesem Terrain bereits eine Weile herumgestolpert ist, unwillkürlich an die großartige Jane Monheit denken lassen wird, über weitere, stilvolle Eigenkompositionen bis hin zu brillanten Interpretationen von Klassikern von Bill Evans ("Very Early"), Thelonious Monk ("Well You Needn't) oder Jack Lawrence ("Tenderly").
So unterhält "momentum" mit zehn famosen Aufnahmen in knapp 52 Minuten nicht nur, aber vor allem durch Anne Hartkamps klangvolle Stimme und ihren, an die begnadete Jazz-Vocalistin Maria João erinnernden, sexy Scat-Gesang - der, wie wir ja alle nur zu gut wissen, ursprünglich von einer gewissen Ella Fitzgerald kultiviert wurde, die sich seinerzeit nun mal einfach keine Texte merken konnte...   Anne Hartkamp hingegen kennt ihre Texte, da sie sie zumeist selbst verfasst hat.
Sie weiß, was sie will, und ist dennoch stets auf der Suche nach Inspiration. Nicht interessiert am Kommerz, nicht an Geschwätz, nicht an Gefasel. Sei scheint nur der Musik verpflichtet. Ein rastloser, kreativer Geist.  "...and that's why the Lady is a Tramp!" (Peter Berg)


"Jazzpodium", Mai 2010:
"...Viel jazziger geht Anne Hartkamp, auch sie aus Köln, zur Sache. Auf "Momentum" (Jazzsick Records 4254-2) legt sie wesentliches Gewicht auf zwei der wichtigsten Elemente im Jazz: den Rhythmus und die Improvisation. Vorbildlich, wie das gut eingespielte Quintett fast unmerklich von arrangierten Partien in freie Gefilde vorstößt. Das abwechslungsreiche Programm enthält Neues und Bekanntes, das überarbeitet wurde und teils total neu daher kommt. Die faszinierende Musik hätte ein passenderes Cover verdient." (Ulrich Roth)


"Diabolo", Stadtzeitung Oldenburg, 28.04.2010, www.diabolo-mox.de:
Die Komponistin und Sängerin Anne Hartkamp aus Köln steht schon seit langem für hochwertige Musikerzeugnisse. Mit diesem Album geht sie tief hinein in die Jazzharmonien und strickt daraus viel klassisches Feeling und einen umwerfenden Sound. Mal langsam, mal swingend mit dem typischen Cool-Jazz-Temperament, das schon seit Jahrzehnten die Fans begeistert, inszeniert sie geradezu ihre Eigenkompositionen oder Stücke von Thelonious Monk und Bill Evans. Für Einsteiger in die Jazzmusik ist Momentum sicherlich eine Spur zu kompliziert, zu intensiv. Für Fans aber ein Highlight, denn hier wird der „Klassik der Moderne“ in allen Belangen gehuldigt.


„Jazzthing“, März/April 2010
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Die Kölner Sängerin Anne Hartkamp hat schon mit diversen Projekten auf sich aufmerksam gemacht, aber das Quintett, das unter ihrem eigenen Namen firmiert, ist trotzdem eine Neugründung. Hier taucht sie voll in den Jazz ein. Die Stücke, die sie ihrer hohen Stimme auf den Leib geschrieben hat, sind verquer („Run Easy“), voller Schwung („43 Things“) oder flink und rasant („Dance No.1“). In Letzterem singt Hartkamp zuerst atemberaubende Linien unisono mit Sopransaxofonist Claudius Valk, bevor sie in einem A-cappella-Solo zeigt, dass sie auch die hohe Kunst des Scats beherrscht. Die Rhythmusgruppe aus André Nendza und Oliver Rehmann gibt sicheren Halt und Pianist Thomas Rückert erweist sich insbesondere in den drei sorgfältig ausgewählten Standards als sensibler Begleiter und Gestalter. Neben „Tenderly“ und einem Song von Bill Evans hat sich Anne Hartkamp für Monks „Well You Needn’t“ entschieden – dass Blaine Emerson zu dem Stück einst einen Text schrieb, dürften auch nur die wenigsten wissen. (rt)


„Jazzpodium“, April 2010
Einleitung zum 2-seitigen Interview mit Anne Hartkamp
„Es kommt in Schwung
Auf dem Cover ihrer ersten CD unter vollständigem Namen tritt Anne Hartkamp dem Betrachter mit strahlenden Augen und weit geöffnetem Mund entgegen. Als ob sie singt oder lacht oder einen lauten Ruf ins Leben haucht. Wer sich mit ihr unterhalten konnte, der interpretiert dieses stumme, in seiner Konsequenz jedoch sehr dynamische Bild eindeutig als einen Moment des herzhaften Lachens. Es ist dieses Lachen, das aus der Tiefe des menschlichen Klangkörpers kommende Lachen der Anne Hartkamp, ein Sound auf der Höhe ihres Gesangs, der wegen seiner Fröhlichkeit ansteckend wirkt. Genauso ansteckend wie ihre Musik, die stark von der Improvisation geprägt ist und die Sängerin Anne Hartkamp als swingende, von Leichtigkeit und Leidenschaft besessene Künstlerin zeigt. (...) sie kommt in einen Schwung, der noch lange nicht am Ende angekommen ist.“


Mojo Mendiola, http://www.global-mojo.com, 01.03.2010:
Anne Hartkamp Quintet, Momentum
JAZZsick, 5031 JS
Anne Hartkamp ist nicht einfach eine tolle Jazz-Sängerin, sie ist eine Vokalistin, die ihre Stimme einsetzt und beherrscht wie ein Instrument. Mit der Band „hartkamp“ und unter dem Namen „Magnolia“ hat sie bislang in stilistisch unterschiedlichen Projekten ihre Möglichkeiten erkundet und fügt nun auf diesem Album und mit neuer Besetzung diese Erfahrungen zu einem neuen Ganzen zusammen. Die balladesken Titel am Anfang geraten dabei vielleicht ein wenig zu soft und auch nicht unbedingt originell, aber mit „Dance No. 1“ nimmt das Quintett sowohl instrumental als auch vokal Fahrt auf und spiegelt ab da das hohe Können aller Beteiligten. Das sind neben der Combo-Chefin Claudius Valk an Saxophonen und Bassklarinette, Thomas Rückert am Piano, André Nendza am Bass – alles Musiker, die man dem Publikum des zeitgenössischen Jazz in Deutschland nicht mehr vorstellen muss – und der junge, hochbegabte Oliver Rehmann am Schlagzeug. Überwiegend mit Hartkamp’s Eigenkompositionen entsteht hier ein aufregender vokaler Jazz, der weder an alten Ikonen klebt noch auf die kommerziellen Erfolge der Pseudo-Jazz-Lolitas schielt. Die Kehlkopf-Virtuosin singt, schmettert, haucht, zirpt und gurrt mit professioneller Souveränität und glaubhafter Leidenschaft, und mit einer solchen Frontfrau lässt es die Band ihrerseits erst recht nicht an Momentum fehlen. Ein gelungenes Debüt für das neue Quintett.


„Jazzthetik“ (3/2010):
„...ein musikalisches Umfeld, in das sich die Sängerin bedenkenlos hineinfallen lassen kann. Um dann mit ihrer klaren und flexiblen Stimme zu singen, zu suchen, zu improvisieren. Oder ganz keck mal eben Monks „Well You Needn‘t“ anzugehen, bei dem Claudius Valk herrlich auf dem Tenorsax rotzt. Anne Hartkamp und ihre Band liefern hier zehn frische Nummern ab. Was will man mehr von einer guten Jazzplatte?“



Einige Radiofeatures und -interviews:

Di., 01.06.2010: Radio Okerwelle Braunschweig, "Klangdimensionen", 20:00h
Interview auf der "Jazzahead" mit Albert Hirsmüller

So., 25.04.2010: Radio Unerhört Marburg "Jazz-Zeit, Neues vom Jazz", 22:00h

Do., 22.04.2010: rbb Kulturradio "The Voice", 19:30h

Mi., 21.04.2010: BR Klassik "Jazztime", 23:05h

Fr., 09.04.2010: WDR 3 "Resonanzen", 18:08h

So., 21.03.2010: Kölncampus "The Nightfly", 20-22h, 2-Stunden-Feature mit Anne Hartkamp live im Studio

Sa., 20.03.2010: Radio Corax, Halle "Downtown Jazz", 21:00h

 

 

 

 

 

 

 

 

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