Rezensionen Magnolia

NGZ, 20.02.2013
"...bester Jazz... ein volles Haus und begeisterte Zuhörer... mit Jubel und anhaltendem Applaus..
Auf welche Weise das Hand-in-Hand-Gehen bei einem gleichberechtigten Duo wie "Magnolia" abläuft, lassen Anne Hartkamp (Gesang) und Philipp van Endert (Gitarre) am schönsten in dem Stück "Moebious" erahnen. Da kann man mitverfolgen, wie van Endert mit einem Effektgerät kleinste Rhythmus- und Melodiepartikel sowie Akkordprogressionen in Loops übereinanderschichtet, die sich zu einem immer größer werdenden Sound aufbauen. Eine Schleife ohne Anfang und ohne Ende, auf der Hartkamps flexible Stimme singend und scattend reiten kann wie auf einer Welle.
Auch Standards oder Kompositionen ihrer musikalischen Helden bekommen bei Hartkamp und van Endert einen ganz eigenen Dreh. So auch "Twisted", ein Stück des amerikanischen Trompeteres Dave Douglas, über dessen in rasenden Drehungen aufsteigende Trompetenlinien die Sängerin einen Text gelegt hat...." (Barbara Steingießer)

nrwjazz.net, 18.03.2013
"Beim Düsseldorfer Jazzsick-Label ist das neue Album des Duos Magnolia erschienen. Eine außergewöhnliche Produktion der Hürther Stimmakrobatin Anne Hartkamp und ihrem umtriebigen kongenialen musikalischen Partner Philipp van Endert.

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass diese Produktion für Kommunikation, spielerische Virtuosität und Lebendigkeit steht und die genreüblichen Rollenverteilungen zwischen Stimme und Gitarre unbekümmert außer Kraft setzt.

Der Focus von "Wait a Second" liegt auf Eigenkompositionen der beiden. Mit der Mischung aus Originals, zeitgenössischem Jazz und brasilianischer Musik ist Magnolia ein abwechslungsreiches, - ja kurzweiliges Album geglückt, dass schon allein mit der Besetzung in manchen Passagen an Tuck&Patti erinnert. Viele Lyrics aus der Feder der Sängerin sind dabei, deren ungewöhnliche Themenauswahl und eigenwilliger Blick den ohnehin schon farben- und facettenreichen Kompositionen noch eine weitere Ebene verleihen.

Dieses Album wirkt auf den Hörer eher wie ein Hörbuch. Die Stücke erzählen nicht nur textlich wunderbare Geschichten, sondern sind auch musikalisch spannend und fordern immer wieder zum gespannten Zuhören auf. Die Wandelbarkeit und stilistische Vielfalt der Stimme Anne Hartkamps ist daran genauso maßgeblich beteiligt, wie die gefühlvolle Begleitung und Virtuosität durch Philipp van Enderts Gitarre.
Ein großartiges Album das ganz schnell vergessen lässt, dass hier eine sehr spartanische Besetzung zu hören ist oder anders gesagt, gerade durch die spartanische Besetzung kommt die Musik und das Können der beiden voll zum Tragen." (Bernd Zimmermann)

Kölnische Rundschau, 15.01.2013
"Mit vollem Haus...ganz frische Stücke...routiniert eingespielt...komplexe Musik...ein Duo, das (...)Fesseln sprengt..." (Olaf Weiden)

Jazzthetik 03/04 2013
Der Düsseldorfer Gitarrist Philipp van Endert ist eine treue Seele. Eigene Bands betreibt er seit langem, seine Zusammenarbeit mit dem Klarinettisten Lajos Dudas währt schon zwei Jahrzehnte, und auch die Kollaboration mit der Sängerin Anne Hartkamp besteht schon geraume Zeit. Den Bandnamen haben die beiden jetzt auf Magnolia verkürzt, die kreative Spannbreite ist aber so umfassend wie selten.
Van Enderts Gitarre verwandelt sich während der Spieldauer des Albums in mehrere Instrumente. Beruhigend brummen die tiefen Saiten, während das Schwirren und Klirren der hohen Saiten sich betörend mit der Stimme Anne Hartkamps mischt und auch das Auf- und Abschwellen vergremdeter Klänge setzt er stets songdienlich ein. Hartkamp kann Geschichten erzählen wie in "Not A Word", sie kann Erinnerungen an Vokalakrobaten wie Lambert, Hendricks & Ross in "Catching Butterflies" heraufbeschwören udn in Dorival Caymmis "Doralice" ihre Scat-Künste abrufen. Dass ein Duo kammermusikalische Intimität bevorzugt, ist dabei nicht verwunderlich - sie können aber auch anders. In "Swirling", das auf dem Stück "Twisted" des Trompeters Dave Douglas von dessen Album Charms of the Night Sky beruht, singt Hartkamp mit raubauzig verfremdeter Stimme gegen brutale Riffs aus van Enderts E-Gitarre an. Das trifft sich mit dem Text, den die Sängerin dafür verfasst hat: "I like peace and quiet, now and then I need to breathe". Kurz vor Schluss des Albums wird dann noch einmal deutlich, an welchen Maßstäben sich Anne Hartkamp gerne messen lassen möchte: Eine Neufassung von "You Belong To You" der großen Cassandra Wilson gelingt Magnolia mit lässiger Leichtigkeit. (Ulrike Proske)

Jazz'n'more (CH), Januar 2013
Das ist hohe Kunst und Jazz von seiner besten und ureigensten Seite. Das deutsche Duo Magnolia des Gitarristen Philipp van Endert und der Sängerin Anne Hartkamp führt auf seinem zweiten Album "Wait A Second" vor, was guter zeitgenössischer Jazz im optimalen Fall bietet: ein überaus lebendiges, von traumwandlerischer Sicherheit und feinfühliger Intimität gezeichnetes Interplay, über weite Strecken dominierende Momente der Improvisation, swingend-pulsierende Rhythmen, herrlich phrasierte und oft die grosse Tradition zitierende Gitarrensoli und vieles mehr. Die mit diesem Album servierte Vielseitigkeit erlaubt höchstens eine fragmentarische Annäherung in Worten. Da ist beispielsweise das von der Grundstimmung her an "Blue in Green" erinnernde "Not A Word". Van Enderts bestechendes Akkorspiel legt ein solides harmonisches Fundament, das jedoch Sängerin Hartkamp in keinster Weise einengt. "Catching Butterflies" ist den Quinten gewidmet - atemberaubend, wie Hartkamp dann nach den sicher getroffenen Intervallen plötzlich losscattet und van Endert simultan eine Walking-Linie zupft und spannungsgeladene Comping-Akkorde beisteuert. Ein ebenso verblüffendes wie in Bann ziehendes Album; grosse Kuns eben! (sge)

Concerto (A) 6/2012
Hinter Magnolia verbergen sich Vokalistin Anne Hartkamp und Gitarrist Philipp van Endert. "Wait A Second" ist bereits das zweite Album dieses hervorragenden Duos, das vor allem durch seine Virtuosität und Individualität hervorsticht. Während das erste Album die Lieblingsstücke der beiden Protagonisten zum Thema hatte, liegt der Fokus der neuesten CD auf Eigenkompositionen. Das Instrument Gitarre und das Instrument Stimme verschmelzen hier zu einem eigenen Klangkörper. Zudem loten die beiden auch elektronische Sounds aus und streuen sie zielgerichtet ein. Ein in jeglicher Hinsicht ehrliches und sehr ambitioniertes Album. Was den Rezensenten besonders freut, ist ein sehr umfangreiches und informatives - darüber hinaus noch sehr schön gestaltetes Booklet zur CD. (woolf)

Schwarzwälder Bote, 19.11.2012
Duo agiert mit traumwandlerischer Sicherheit

Calw. Mit der Verpflichtung des renommierten Duos "Magnolia" hatten die Organisatoren der Reihe "Jazz am Schießberg", Calwer Musikfreunde und Angehörige des Hermann Hesse-Gymnasiums, einen Glücksgriff getan. Mit der talentierten Sängerin Anne Hartkamp und dem Gitarristen Philipp van Endert waren nämlich zwei ausgewiesene Spitzenkönner ihres Metiers nach Calw gekommen.

Schon bei den ersten Liedern spürten die Zuhörer des Abends die traumwandlerische Sicherheit, mit der die facettenreiche Stimme der Sängerin und die Töne des Gitarristen miteinander korrespondierten und immer wieder zu großartigen starken Ausdrucksformen fanden.

Schnell hatten die beiden Akteure Zugang zu den Herzen der Besucher gefunden. Dazu trug vor allem die variationsreiche Stimme der Sängerin bei, die mal lustig-leicht, mal wild-verwegen und dann aber auch wieder lyrisch-versonnen erklang. Die Hörer hatten den Eindruck, dass die Dozentin für Jazzgesang am Institut für Musik an der Hochschule Osnabrück mit ihren facettenreichen Ausdrucksmöglichkeiten mühelos das ganze Spektrum musikalischer Interpretation beherrscht.

Auch Gitarrist van Endert, Dozent für Jazz und E-Gitarre am Institut für Musik und Medien an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf, zeigte sich als exzellenter Könner auf seinem Instrument. Van Endert überzeugte mit einer großen Bandbreite musikalischer Ausdrucksfähigkeit. Mal waren es lyrisch- sensibel gespielte Passagen, dann wieder virtuose kraftvolle Klänge, die mit großer Ausdrucksstärke gespielt wurden und geradezu Gänsehaut er- zeugen konnten.

Neben Titeln wie "You belong to me" und "Not a word" waren es vor allem auch die ungewöhnlichen Eigenkompositionen, die sehr gut beim Publikum ankamen. Gerade bei solchen Titeln aus der eigenen Feder war die fulminante Spielfreude und die große innere Beteiligung der Musiker besonders gut zu spüren. Nicht weniger reizvoll erklangen spontane Improvisationen, die immer wieder eingestreut wurden und mit besonderer musikalischer Intensität erklangen.

Am Ende waren die Besucher stark beeindruckt von den erstaunlich vielseitigen Interpretationen auf der Gitarre und der oft geradezu frappierenden Vokalakrobatik der Sängerin, was im Zusammenklang eine wunderbare Musik ergab.

Die Besucher dankten mit begeistertem Applaus und bekamen zu ihrer Freude noch einige Zugaben. (Bettina Bausch)



Jazzpodium 11/2012
"...besitzt jedoch eine stärkere Präsenz und Flexibilität, wodurch sie für ein abenteuerliches Duoprojekt wie geschaffen scheint. Einige Jahre besteht nun schon unter dem Bandnamen Magnolia die Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Philipp van Endert. Und deren beiden neues Werk "Wait A Second" (JazzSick 5055JS) ist nicht nur eine mutige Produktion, sondern ein zugleich wunderbar stimmiges Album geworden. Es zeichnet sich durch Risikobereitschaft, Können, Empathie und jede Menge Musikalität aus. Selbst die Scat-Einlagen gelingen und der Bossa "Doralice" ertrinkt nicht im süffigen Kitsch der 60er Jahre. Anspieltipp: "Swirling" von Dave Douglas. (Jörg Konrad)

Jazzthing #96, 11/2012
Magnolia - schnell und sportlich

Den sperrigen Namen Magnolia & van Endert haben sie verkürzt, aber auch auf ihrem zweiten Album "Wait A Second" bestehen Magnolia aus Anne Hartkamp (Gesang) und Philipp van Endert (Gitarre). Mehr braucht es nicht für diese lebendige Mischung aus Vokalakrobatik, Bossa-Nova-Seligkeit und balladesker Sinnlichkeit. Dabei überzeugen die Sängerin und der Gitarrist diesmal mit vorwiegend eigenen Stücken. Das verwinkelte, mit viel Witz ausgestattete "Broken Things" haben sie sogar zusammen geschrieben. "Wir haben uns einen Blues gewünscht und uns damit quasi selbst eine Auftragskomposition erteilt", meint Anne Hartkamp, die dem Stück anschließend ein geheimnisvolles Eigenleben attestiert: "Es sollte eigentlich einen Text haben - aber das Stück wollte nicht." Gesang ohne Worte gehört ohnehin zu den großen Stärken der Sängerin, die sich allerdings auf keinen Fall auf diese Variante beschränken lassen will. "Ich singe gerne Texte", betont sie, "Songs ohne Texte sind einfach eine Ergänzung." Da liegt es auf der Hand, dass sie auch selbst Texte schreibt. Das warmherzige Liebeslied "Right With You" stammt ebenso aus ihrer Feder wie der Text zu van Enderts Auftakt-Ballade "Wait A Second", die den Hörer hypnotisch in die Atmosphäre des Albums hineinzieht. Doch ein paar Fremdkompositionen wollten Magnolia sich nicht verkneifen. Da sind Dorival Caymmis Bossa-Klassiker "Doralice" und das bodenständige "You Belong To You" von Cassandra Wilson. "Swirling" beruht auf der Dave-Douglas-Nummer "Twisted", zu der Anne Hartkamp kurzerhand einen eigenen Text verfasst hat. Magnolia machen daraus einen aberwitzigen Track, bei dem Philipp van Endert mit einem verzerrten Vokal-Riff um die Wette spielt, bevor Anne Hartkamp in traumwandlerischer Sicherheit durch den mit vielen Tempowechseln versehenen Song fliegt. "Ich mag es, wenn es schnell und sportlich zugeht", lacht die Sängerin, "da fällt mir auch ein Text ein, halsbrecherische Tempowechsel machen einfach Spaß." (Rolf Thomas)


Kölner Stadt-Anzeiger, November 2009
„...mit dem ebenso temperamentvollen wie lyrischen Duo „Magnolia & van Endert“, die sich jeder Kategorisierung entziehen. Mit ihrer facettenreichen Stimme wechselt Sängerin Anne Hartkamp zwischen Komponiertem und Improvisiertem, überrascht und fordert den Zuhörer in kongenialem Zusammenspiel mit Gitarrist Philipp van Endert – sicherlich ein Highlight der 19. Hürther Jazznacht.“


DER SPIEGEL / KulturSPIEGEL, 30.04.2007, CD-Tipp:

"Magnolia & van Endert: "Humpty's Amazing Boogie Pencil"(JazzSick). Ab 4.5. Im Duo, nur mit Stimme und Gitarre, interpretieren die Sängerin Magnolia (alias Anne Hartkamp) und van Endert Stücke von Jazzgiganten wie Ornette Coleman und Charles Mingus. Und überraschenderweise hört sich toll an, was normalerweise von Bläsern dargeboten wird."


dpa (Deutsche Presse-Agentur):

"Magnolia & van Endert spielen virtuos auf
Hamburg (dpa) - Hinter dem Jazz-Duo «Magnolia & van Endert» verbergen sich Stimm-Virtuosin Anne Hartkamp und ihr viel gefragter Duo-Partner Philipp van Endert, die auf «Humpty's Amazing Boogie Pencil» mit wilder Spielfreude und überraschenden Klängen aufwarten.
Bereits der Opener hat es in sich: «Open Your Eyes You Can Fly» ist wirklich das, was als musikalischer Höhepunkt bezeichnet werden kann. Grandios und mutig Anne Hartkamps intensive Interpretation. Sie kreischt, trällert, gurgelt, stöhnt sich durch das Stück (singen tut sie auch) mit ungeahnter Wirkung für den Hörer: Die Haare stellen sich auf, Gänsehaut stellt sich ein und die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn nimmt zu.
Derartig eingestimmt, mit wachem Geist, widmet man den restlichen Tracks auch die gebührende Aufmerksamkeit. Weniger stimmlich emotional, dafür instrumental virtuoser wird «Turnaround» präsentiert, ein Klassiker von Ornette Coleman, der auch Urheber von «Humpty Dumpty» ist. Einmalig, wie sich hier Stimme und Gitarre unterhalten und bestens miteinander agieren. Van Endert weiß, welche Saiten er anschlagen muss, um mit wenigen gut gesetzten Tönen viel zu erzählen.
Sehr blumig Henry Mancinis «Nothing To Lose», sehr überraschend der Aerosmith-Titel «Amazing», und sehr fix «Boogie Stop Shuffle», eine Mingus-Werk. Mit viel Ideenreichtum und Spielfreude verleiht das Duo den einzelnen Kompositionen sehr unterschiedliche Stimmungen. Es geht wild, verwegen, versonnen und lustig zu. Und wem bisher noch nicht klar war, was für ein Instrument die menschliche Stimme sein kann, dem sei «Passion Dance» (von McCoy Tyner) anempfohlen. Die Neubearbeitung treibt ungeheuer, beginnt mit einem intensiven Vokalsolo und glänzt mit einer fulminanten Improvisation auf der Gitarre.
«Humpty's Amazing Boogie Pencil» bietet viel Interaktion der beiden Künstler; beeindruckendes Spiel auf der Gitarre, Vokalakrobatik auf höchstem Niveau, interessante Arrangements, schöne Melodien - gern gehört. Und der CD-Titel ist aus Fragmenten einzelner Titel zusammengefügt, wobei die ursprünglich zu Veröffentlichung vorgesehene Eigenkomposition «Favorite Pencil» am Ende doch keinen Eingang gefunden hat."                                        (Mai 2007 Quelle: dpa)


Rheinische Post, 19.01.2008, Mojo Mendiola
Magnolias Wundertüte
"Für den Scat-Gesang, jene Kunst des vokalen Jonglierens mit Silben ohne Wortbedeutung, gilt der biblische Satz: "Viele sind berufen, wenige aber auserwählt." Wenn es gegenwärtig Auserwählte gibt, gehört Magnolia (Anne Hartkamp) auf jeden Fall dazu. Gemeinsam mit dem ebenfalls hervorragenden Gitarristen Philipp van Endert bot sie im Jazzkeller ein Programm von ausgesuchter Raffinesse.
Es erfordert schon großen Mut, Titel von Ornette Coleman, Wayne Shorter oder McCoy Tyner, die weder zu den leichteren gehören noch für Gesangsstimme geschaffen wurden, in dieser Besetzung aufzuführen. Wenn das dann auch noch so souverän und virtuos kommt wie bei Magnolia und van Endert, kann man getrost von einer Sternstunde des Jazz sprechen. Magnolia spielte ihre Stimme überwiegend in den hohen und mittleren Lagen, phrasierte höchst präzise, sang, kiekste, grunzte, fauchte und zirpte, orientalisierte oder ließ witzig die Mickey-Maus anklingen und entwickelte dabei erstaunliche Wucht. Songs von Cassandra Wilson oder Bobby McFerrin sang sie zwischendurch wie zur Entspannung.
Van Endert spielte dazu nicht nur exzellent Gitarre, deutete stellenweise en passant auch noch Bass und andere Instrumente an, improvisierte federleicht und setzte jede Note exakt auf den Punkt. So ging es Schlag auf Schlag in spritzigen Dialogen. Beim "Boogie Stop Shuffle" von Charles Mingus "flog glatt das Blech weg". Die Hartkamp meisterte schnellste Silbenfolgen herrlich unisono mit van Enderts Läufen, scattete unbeirrbar ihr Thema durch, über das er genial Mingus-mäßige Kapriolen schlug und brannte schließlich ein atemberaubend dichtes Feuerwerk unterschiedlichster Klangfarben ab. So wurde aus jedem Takt eine Wundertüte.


Hohenloher Tagblatt / Südwest Presse, 15.01.2008

„Anne Hartkamp und Philipp van Endert in der Haller Hospitalkirche
Wenn die Stimme fliegt
... spannende Unterhaltung zwischen Gitarre und Stimme. Sie loten eine Vielfalt an Klangfarben und Geräuschen aus. Anne Hartkamp ... lässt ... mit Kraft und Leidenschaft in Chick Coreas "Open your Eyes You can Fly" ihre Stimme melodisch fliegen.
Ihre Vokalkunst - mal mit, aber meistens ohne Worte - geht mit van Enderts sowohl sensiblem als auch kraftvollem Gitarrenspiel einen mannigfaltigen Dialog ein. Die beiden Musiker geben sich gegenseitig Freiräume, improvisieren und gehen auch an manche akustische Grenze...begeistertes Staunen.
Die Experimentierfreude, mit der sich die beiden in die Kompositionen ihrer Jazz-Helden stürzen, macht den Charme ihrer Musik aus. Dabei fördern sie allerlei Kostbarkeiten zutage. Verspielt und lyrisch kommt etwa Ornette Colemans "Humpty Dumpty" daher, in dem Hartkamp und van Endert sich die gezupften Töne wie Pingpongbälle zuspielen. Mit Henry Mancinis "Nothing to Lose" ... zeichnen Stimme und Gitarre ein ruhiges, Bossa-Nova-lastiges Klangbild. ...Mit "Jubilee" huldigt das Duo dem berühmten Vokalakrobaten Bobby McFerrin. Lebensfrohe Musik, die einfach gute Laune macht und ohne Worte auskommt. So reduziert die Mittel von Stimme und Gitarre scheinen, "Magnolia & van Endert" kümmerts nicht. Die beiden lassen eine bunte und vielfältige Jazzwelt entstehen..."


RP Mönchengladbach, 17.3.2008, Garnet Manecke
"Duo präsentierte "Helden" des Jazz
Die Jazz-Visions im BIS sind immer wieder für eine Überraschung gut. Diesmal gab es für die Gäste eine musikalische Einkaufsliste. "Helden" des Jazz stehen da drauf. Zusammengestellt wurde sie vom Duo Magnolia & van Endert. Hinter dem Namen stehen die Sängerin Anne Hartkamp und Gitarrist Philipp van Endert. Gemeinsam stellten sie ihre Helden des Jazz vor und weckten mit ihrer Musik Lust auf mehr.
Der erste Held auf der Liste ist der Pianist Chick Corea. Mit seinem Song "Open your eyes, you can fly", der in den 70ern von der Jazz-Sängerin Flora Purim gesungen wurde, eröffneten Hartkamp und van Endert den Abend. Und tatsächlich, wer Anne Hartkamp singen hört, sich dem Variationsreichtum ihrer Stimme hingibt, bei dem stellt sich eine gewisse Leichtigkeit des Seins ein. Besonders wenn der Zuhörer seine Augen schließt und sich ganz der Musik überlässt. "Ein sehr schönes Stück", schwärmt Hartkamp von dem Macher Chick Corea. "Auch im Original". Das Bonmot, das ein bisschen Eigenlob durchschimmern lässt, trifft es. Denn schon jetzt hat die Sängerin das Publikum gewonnen. Zum Applaus kommen erste Bravo-Rufe hinzu.
Und so geht es an dem Abend weiter. Zu Corea gesellen sich Ornette Coleman, Herb Alpert, Wayne Shorter, Miles Davis, Bill Evans, Charles Mingus und andere Größen der Jazz-Szene. Magnolia & van Endert huldigen ihnen mit einer Begeisterung, die gar nicht anders kann, als auf das Publikum überzuspringen. Bewunderung, Leidenschaft und Hingabe liegen gleichermaßen in ihren Interpretationen. Dabei singt Hartkamp nicht einfach Texte, vielmehr spielt sie auf ihren Stimmbändern. Das ist anstrengend, und zuweilen sieht man ihr diese Anstrengung auch an.
Während des Abends werfen sich die beiden die musikalischen Bälle zu, nehmen sie auf, dribbeln die Töne durch den Raum, umkreisen sich, laufen in dieselbe Richtung, um dann eine Kehrtwende zu machen und auf getrennten Spielfeldern weiter zu spielen. Da haben sich zwei gefunden, die einander perfekt ergänzen. Hartkamps Stimme haucht, schmilzt, verführt, provoziert und amüsiert. Van Endert ist das Pendant an der Gitarre dazu.
Das Publikum reagiert: Von Stück zu Stück wird der Applaus lauter und heftiger. Die Zuhörer richten sich gerade auf, um ja keinen Ton zu verpassen. Eine schönere Form der Huldigung ihrer Jazz-Helden hätte das Duo Magnolia / Van Endert kaum finden können."





















 

 

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